Ein unglaublicher Mensch….

Ein kleiner Mensch.. ganz groß

 

Das Neujahrsfest und ein Workshop im Mercy Centre in Bangkok führten mich wieder einmal in die Stadt, die mich so begeistert. Bangkok ist eine Stadt, die mich in ihren Bann gezogen hat. Sie ist so groß und facettenreich, dass es mir schwer fällt, die richtige Beschreibung zu finden, die ihr gerecht wird. Auf jeden Fall macht diese Stadt sehr viel durch ihre Menschen aus. Neben dem krassen Kontrast, den sie zu bieten hat, sind die Menschen dort etwas ganz Besonderes. Bei meinem diesjährigen Besuch sollte mir jedoch ein Mensch ganz speziell zusetzen. Wer mich kennt, der weiß, dass es schwer ist mich in Staunen zu versetzen und dass ich nicht mit Respekt um mich werfe. Ich setze hohe Anforderungen an mein Umfeld und nehme das ebenso als Standard für meinen Lifestyle. Die Person, die ich euch hier heute vorstellen möchte hat es jedoch geschafft, dass ich mich sehr sehr klein fühle. Fast schon hilflos, unbedeutend.

 

Little human… big soul

 

The celebration oft the New Year and a workshop at the Mercy Centre, based in Bangkok, were a reason to visit the City again. Bangkok is a city which fascinate me so much. It’s so huge and manifold that it’s impossible to find the right description which satisfy Bangkok. But one of the importants facts which makes Bangkok so awesome are the people. Next to the massive contrast of this city the people are very unique. But this time I visited this city, one of them should afflict me in a special way. Who know’s me, understands that it’s not quite as easy to amaze me or earn my respect. I make high demands on the people next to me and also see this as my standard for my lifestyle. But this person I will intodruce to you in this lines, effected that I not only give her my biggest respect. She let me feel so small, stranded and trivial.

 

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Da ich nicht weiß, inwiefern ihre Story für die Öffentlichkeit gedacht ist, nenne ich sie mal „J“. Es gibt absolut nichts, was sie sich vorwerfen muss. Nein, eigentlich muss man sich vor ihr verneigen. Aber wir leben in einer Welt der Vorurteile und äußerlichen Abschirmung. Und da sie einen bemerkenswerten Lebensweg hinter sich hat und sich ihren Standard hart erarbeitet hat, möchte ich ihr keinen Stein in den Weg legen. Daher auch die verfremdeten Bilder

Ich traf J das erste Mal, als ich das Mercy Centre besuchte. Damals führte sie mich durch die Räumlichkeiten und erklärte mir, was das Centre leistet. Zu diesem Zeitpunkt dachteich, dass es sich bei J um eine normale Angestellte handelt. Man verstand sich und hielt den Kontakt. Als ich nun dieses Jahr erneut nach Bangkok reiste, trafen mein Begleiter Sebastian und ich J wieder. Der Plan war ein ruhiger Abend mit gutem Essen und einem abschließenden Besuch des Lebua-Towers.

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I don’t know if her Story is told for everyone, I take care of her rights and name her “J”. There is nothing that would blame her. No there is only a story which effects that you have to bow to her. But we live in a world full of prejudice and selfprotection. So she left an awesome way of life behind her and I don’t want to bring her trouble with this lines. She worked hard for her life-standard and I wish her all the best. Because of this i also alienated the pictures.

When I visited the Mercy Centre, I met J the first time. She showed me round the centre and told me all about the activities of the centre. At this moment I thought that J is a general employee of the centre. She was very kind and we keeped in touch. Now, one year later, i visited Bangkok again. My buddy Sebastian and me met her again for a nice evening. After the stressful days of Songkran we would have a calm dinner and a Cocktail at the Lebua-Tower in the end of the day.

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Bereits beim Essen war die Stimmung sehr gut. Man unterhielt sich über deutsche und thailändische Gepflogenheiten und hatte eine Menge Spaß. Wir kamen auch auf das Mercy zu sprechen. Und hier eröffnete sich mir eine ganz neue Perspektive auf diese kleine aber starke Frau. Auf meine Frage, wie sie denn zum Mercy gekommen sei, antwortete sie trocken: Mit sechs Jahren nahm mich das Mercy auf. Und da hatte ich ihn… Den Beweis. Ich hatte mich nun im zweiten Jahr darum bemüht dem Mercy eine kleine Spende zukommen zu lassen. Ich hatte es besucht und nette Bilder gesehen und natürlich auch Kinder vor Ort gesehen. So konnte man augenscheinlich bestätigen, dass hier Geld in Kinder investiert wird. Aber nun wusste ich auch.. es funktioniert. J ist mittlerweile eine gestandene Frau, die eine gute Schulbildung hat, ausgezeichnet Englisch sprich und seit Februar eine gute Stellung in einer deutschen Firma besetzt. Ich war begeistert.. Nein, ich war überglücklich eine Hilfsorganisation gefunden zu haben, von der ich mich persönlich überzeugt habe, dass sie tatsächlich und erfolgreich die Kinder der Slums in Bangkok unterstützt.

While we ate the atmosphere was quite good. We talked about many things. For example about the german and thai habits. It was very funny. Also we spoke about the Mercy centre. And now she refuted my thinking that she was only an employee. The tough lady was received from the centre in a age of six years. And There it was.. I got the Demonstration. I already supported the Mercy centre the last two years. I collected money for them and my wife collected clothes. And tomorrow I would give a workshop to some of the kids for free. I visited the centre, saw nice pics of their work and also saw kids in the centre. So I could suppose, that the money I spend was used for the kids. But at this moment she told me, I knew that it works. J is a woman wich is quite successful. She has a good education, speaks English excellently and since february she is employed at a german company, based in Bangkok. I was excited. No.. I was exuberantly happy to found an aid organization, which shows me, that they really work with the kids of the slums successfully.

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Es ist schwer zu beschreiben. Aber während meines ersten Besuches in Bangkok sah ich viele kleine Gesichter mit großen Augen und ich wollte nur eins.. helfen. Und jetzt eröffnet sich mir, dass sich der Aufwand lohnt. Das war unglaublich motivierend.
Nach einem guten Essen zogen wir uns noch Lebua-Tower-gerecht um und starteten mit dem Taxi zur Skybar. Es ist einer dieser Kontraste, die es einem schwer machen, Bangkok wirklich zu begreifen. Auf der Straße versuchen sich die Mensch über Wasser zu halten und oben im 64. Stock verprassen die Menschen Monatsgehälter. Oben angekommen bestellten wir zunächst drei Cocktails. Der Mojito für den ich mich entschied, war wie immer unglaublich gut. Wir machten die üblichen Fotos vor der Skyline Bangkoks und verfielen dem Selfi-wahn. Man hatte wieder viel Spaß und quatschte eine Menge. Die Themen waren vielfältig aber meist recht beiläufig, bis J einen drauf setzte. Ich bin mir nicht mehr sicher, wie wir auf das Thema gekommen sind. Aber ihr Lebenslauf beeindruckte mich und wie für einen Deutschen fast schon typisch, fragte ich, was sie für ihre Arbeit bekommt. Umgerechnet sind es in etwa 700€. Der Standard in Bangkok liegt nach ihrer Aussage etwa bei 12 000 Baht für ungelernte Fachkräfte und 15 000 Baht für Angestellte mit College-Abschluss. Das entspricht heute etwa 335-350€. Und es ist auch realistisch mit diesem Geld in Bangkok gut über die Runden zu kommen. Die Verhältnisse sind einfach anders als bei uns. Dann kamen wir jedoch auf ihren Lifestyle zu sprechen. Wir beglückwünschten sie zu ihrem Erfolg, was ihr sichtlich unangenehm war. Jetzt sprechen wir hier nicht über sehr viel Geld, wenn wir von deutschen Verhältnissen reden. Gerade in Zeiten des Mindestlohns. Ich kann jetzt nicht den ganzen Westen über einen Kamm scheren, aber ich denke, dass ich niemanden finde, oder sehr sehr lange suchen muss, der sein Geld so priorisiert wie J. Sie hält nicht viel davon Bilder von ihrem Essen auf FB zu posten oder das Geld für Feierei oder einen gehobenen Lebensstil aus dem Fenster zu werfen.

Sie ist froh, dass sie eine eigene Wohnung hat. Sie hat ein paar Wünsche und Träume, auf die sie spart aber sonst investiert sie sagenhafte 40% in ganz andere Sachen als das, was uns als erstes einfallen würde. 10% geht an ihre Schwester. Sie möchte, dass sie eine gute Schulbildung bekommt und investiert hier. 10% geht an ihre Mutter. Sie möchte, dass es ihrer Familie gut geht und hilft wo sie kann. 10% gehen an das Mercy. Und da ist sie besonders stolz drauf. Zumindest entnehme ich das ihrer Begeisterung und ihrer deutlich zu merkenden Dankbarkeit. Das Mercy hat ihr viel gegeben und sie ist glücklich etwas zurückgeben zu können. Weitere 10% gibt sie an ihre Kirche. Aus Überzeugung. Ja sie ist Christin. Sie mag den Grundgedanken und fühlt sich sichtlich wohl mit dieser Entscheidung.

Its not easy to describe how I’m feeling. But at the first visit in Bangkok, I saw many little big eyed faces in the slums. And the only thing I wanted to do is helping them. And now I saw a wise way to help. That was so motivating.

After a good dinner we changed clothes for the Lebua-Tower and took a Taxi to the sky-bar. This is one of the big contrasts, wich makes Bangkok so hard to understand. On the Streets the people try to survive and on the top of this Tower at the 64. floor you spend a monthly salary for drinking. After we arrived at the sky-bar, we ordered three cocktails. The Mojito I choosed was delicious like as always. We made the common photographs in front of the Skyline of Bangkok and lapsed into a selfie-delusion. We had much fun and talked a lot. The topics were manifold but casual. But then J overtrumped her last information about the Mercy. I’m not sure how we started this topic. But her vita impressed me so much and I was nosy to know what you got in Bangkok for a hard evolution of life like hers. So as a typical german I asked her how much she get monthly. In euro it’s about 700€. She also said, that the standard of living in Bangkok is about 12 000 Baht for labor and unskilled workers and 15 000 Baht for those who has college degree. So it’s something between 335-350€. And it’s realistic to scratch along with that. Cause the conditions are different between our lifestyle and the lifestyle of the people in Bangkok. Sure if you have the Money you are able to spend it all in this city. We congratulated her but it seems that it was a bit awkward for her. So she told us something about “her” lifestyle. If you see it like a german, we don’t talk about much money. Sure I can’t lump all the people of the west together. But I would say, that I wouldn’t find a person, who prioritize his/her money like “J”. Or I have to search for a long time. She isn’t a fan of self-displaying. She don’t post pics of expensive food on Facebook or spends much money for party or a high lifestyle.

She is glad and proud that she has a own apartment. She has a few wishes and dreams. And she earns money for them to came true. But there is something else which is in the first place for her. She spends awesome 40% for that. 10% goes to her sister. “J” wants, that she has a good education. So she invests in it. 10% goes to her Mother. “J” wants, that her family is fine. So she helps as best she can. 10% she spends for the Mercy centre. She was very proud when she told us, that she can give something back. The Mercy gives so much to her that she is very happy to help them. The last 10% goes to church. Yes she is a christian. I was surpised to hear that, but she loves the story and the meaning of this religion.

 

So Mathefans vor .. ja es bleiben 480€. Sie sagt sie kommt mit ca. 150 Baht am Tag aus. Das was am Ende über bleibt, spart sie.

 

So.. now mathcracks.. how much is left. Right 480€. She told me that she need 150 Baht a day. The rest she earns for her dreams.

 

 

Es ist vielleicht jetzt nicht für jeden zu greifen aber diese gesamte Geschichte hat mir dort im 64. Stockwerk über Bangkok den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich durfte bisher keinen Menschen kennenlernen, der erstens so eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich hat (vom Mädchen aus dem Mercy Centre zur erfolgreichen Angestellten in einer Stadt, die schon so viele Menschen verschluckt hat) und der zweitens mit seinem Erfolg so umgeht. Total entgegengesetzt zu den üblichen Verhaltensweisen der Menschen, die ich kenne. Aus einer Gesellschaft, die nur darauf aus ist, Gewonnenes anzuhäufen und in Reichtum und materiellem Gut zu ersticken, tritt diese kleine Frau hervor und verpasst mir mit dieser Story einen Hieb in den Magen. Während ich ihr zuhöre, werde ich immer kleiner. Nicht nur, dass ich auf die Stadt hinunter schaue und mir sowieso schon vorkomme wie eine Ameise. Seelisch schrumpfe ich zusammen. So wie mich diese Art von J erhellt, erschreckt es mich, dass mir das reine Bewusstsein zu diesem Lifestyle so abstrakt vorkommt, dass ich es nicht verarbeiten kann. Auch jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen, bin ich immer noch baff.

 

I think it is very hard to realize for everybody but this whole story of this strong lady blows my mind away. There at the 64. Floor above Bangkok I gone weak at the knees. I never ever got to know someone, who has a so awesome evolution in his/her vita. Form the little girl at the Mercy Centre to a successful employee, in a city which swallows so much people. And on the other hand interact with his/her success like this. Totally opposite to the typical attitudes of people, I know. People of a society, who only try to save their earnings and get more and more. Finally they will choke on their wealth. And now I see this little woman and she hit me with her story in my stomach. While I’m listening her I noticed, that I became smaller and smaller. Anyway I felt small, cause I looked down on Bangkok from the 64. Floor. No.. My mind shranked too. The way this manner of “j” lightened me and let me frightened in the same way. Because the pure awareness of this way of life is so abstract to me, that I can’t handle it.

 

Also now while I write this lines, I’m totally flashed.

 

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Ich bin nach Bangkok gekommen um etwas zu geben. Aber dieser Abend hat mir mehr mitgegeben, als ich tragen kann. Er hat mir ein bisschen die Augen geöffnet. Vielleicht auch dafür in meiner Gesellschaft etwas anders zu werten. Ich werde dich, J, als ein Vorbild in mein Gedächtnis aufnehmen. Für diesen hellen Moment danke ich dir und ich wünsche dir, dass deine Träume in Erfüllung gehen und dass du so bleibst wie du bist. Denn wenn wir uns alle davon eine Scheibe abschneiden, wäre die Welt etwas besser.

I came to Bangkok to give a bit. But at this evening I got a present that is so massive, that it’s hard to handle. This evening removed the scales from my eyes a bit. Of course also for my lifestyle. So I could value something in a different way. A part of “J” will be my ideal. And I’m very thankfull for this moment and for this informations. And wish to you all the best and that your dreams come true. Cause if we take a leaf out of your book, the world would be a better place.

 

 

 

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Ein Workshop der besonderen Art

Das vierte Mal war es nun schon, dass ich in ein Flugzeug gestiegen bin und mich auf die Reise nach Bangkok gemacht habe. Was alles mit einer Reise zum Jungesellenabschieb began, entwickelte sich für mich zu einer Angelegenheit des Herzens.

das vierte Mal war es nun schon, dass ich in ein Flugzeug gestiegen bin und mich auf die Reise nach Bangkok gemacht habe. Was alles mit einer Reise zum Jungesellenabschieb began, entwickelte sich für mich zu einer Angelegenheit des Herzens.

Naive Gedanken

Bevor es mich das erste mal nach Bangkok verschlug, erkundigte ich mich über die Möglichkeiten dort mein, damals noch frisches, Hobby auszuüben. Die Fotografie. Ich las von Märkten, lachenden Menschen und einer Stadt der Gegensätze. Demnach machte ich mich darauf gefasst, dass ich ein paar Speicherkarten füllen würde. Naiv zu denken, dass es mit den paar Schlagwörtern genügen würde, diese Stadt zu beschreiben. Durch die vielen Touren, die ich auf eigene Faust, nur mit meinem Freund oder meiner Frau, unternahm tauchte ich in der Stadt ab. Sie sog mich auf und spuckte mich neu sortiert wieder aus. Um es mit dem Zitat eines beliebten Filmes zu beschreiben. „Bangkok hat mich“.

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Die eigentliche Stadt

Wenn wir uns eine Stadt vorstellen, sehen wir zuerst große Häuser, eine Bahn oder vielleicht einen Park. Sicher genau das gibt es dort alles. Aber die Stadt lebt von Ihren Menschen. Von den herzlichen Menschen der Slums, den nervigen Taxi- und TukTuk-fahrern, den Straßenköchen über die Gauner, die Prostituierten, den Normalos bis hin zu den Businessmenschen. Es ist alles Vertreten und zwar in einer Intensität, wie man es sich nicht wirklich vorstellen kann, wenn man nicht mindestens ein mal dort gewesen ist.

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Reise 4

Die vierte Reise sollte nicht nur vorerst die letzte, sondern auch eine der intensivsten Reisen werden. Das merke ich jedoch erst jetzt, wo ich im Flugzeug sitze und alles durch meinen Kopf schießt. Geplant war eigentlich nicht sehr viel, weil ich die Stadt noch einmal in Ruhe in mir aufnehmen wollte. Doch die wenigen Unternehmungen, die ich auf dem Zettel hatte, schnüren mir, jetzt, wo ich das hier schreibe, die Kehle zu. Ein großer Punkt, der mir persönlich am Herzen lag, war ein kleiner Workshop im Mercy center. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung, die in mitten der Slums ihren Sitz hat. Sie ist ein wichtiger Support in der Community, denn neben der Betreuung und Hilfe für Kinder, hilft sie Menschen die an HIV erkrankt sind, beim Häuserbau, bei der Beschäftigung für Frauen sowie bei der Aufklärung der Menschen. Und das ist noch längst nicht alles. Ich hatte die Einrichtung bereits vor einem Jahr besucht und supportet und empfinde sie als den Ort, den ich persönlich auch weiterhin unterstützen möchte. Nun gut.. Wir wurden also um 09:30 vom Hotel abgeholt und fuhren zum Center, wo bereits eine kleine Horde fotowütiger Kids auf uns wartete. Zuvor durfte ich noch den Gründer des Mercy kennen lernen. Er stellte uns kurz seine Assistentin vor und bedankte sich nochmal persönlich bei mir für das was ich tue. Was mir schon etwas unangenehm war, da es im Vergleich zu dem, was er auf die Beine gestellt hat, ein blanker Witz ist. Er schaute zu der Gruppe von Kindern, die mich noch recht schüchtern betrachtete und gab mir den Rat „only let them go“. Und genau das war mein Plan.

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Die Kinder des Mercy

Nun kann ich nicht von allen berichten, aber die 15 Kinder genügten schon um mich mal ordentlich auf die emotionale Zerreißprobe zu stellen. Ihr müsst wissen, dass die Kids dort teils direkt aus den Slums kommen oder direkt im Centre Wohnen. Bereits in ihrem Alter (9-17-Jährige waren anwesend) stehen sie vor dem nichts. Sie werden ausgenutzt, misshandelt, lernen nur das dürftigste und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Und wenn sie Glück haben verdienen sie sich ihr Geld später auf legalem Wege. Ich möchte mir, bzw. ich kann mir nicht ausmalen, was das für ein Gefühl ist. Jetzt stehe ich mit diesem Wissen vor den 15 Paar dunkelbrauner Augen, die mich alle erwartungsvoll anschauen und schlucke den Klos, der sich in meinem Hals verkeilt hat herunter.. Ein kurzes Sturzgebet zum Himmel, dankend, dass die Zukunft der kleinen sich hier zum Guten wendet und los geht es. Während des Workshops tauten die Kids immer mehr auf und zwei klammerten sich bei der Exkursion an meine arme und wir wanderten durch die Slums. Es war so wundervoll, wie sie bei einer so simplen Sache dermaßen aufgingen und mit so viel Spaß und Ergeiz dabei waren.

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Das Auge der Kinder

begonnen haben wir mit absoluten Basics. Natürlich war es für mich auch nicht so einfach, da wir mit kompakten Kameras arbeiteten. Somit war der Schluss von meinen Bilder auf ihre schwer zu vermitteln. Aber das entwickelte sich im laufe des Workshops auch nicht zum Wesentlichen.

Ich bat also Prawina (Mitarbeiterin des Mercy) für die kleinen Model zu stehen und wir versuchten zu zeigen, wie man ein Bild aufbaut, was auch überraschend gut und schnell ging. Jedes Kind erhielt eine Kamera, welche sie sich stolz um den Hals hingen. Und bereits jetzt ging das Spielen los. Einer nach dem anderen durfte Prawina ablichten, die wahrscheinlich noch nie so viele Bilder von sich hatte, und anschließend auch noch einmal mit meiner Kamera arbeiten. Bei einigen hatte ich in der tat Angst, dass sie mit der Kamera vorne über fallen. But it works.. Wir haben 15 tolle Portraits bekommen, die ich, sobald ich daheim bin, an das Mercy senden werde. Nach einer kurzen Pause, in der Prawina uns kurz die Anlage zeigte, ging es raus in die Community. Bevor es los ging noch ein paar Regeln. First ask than shoot. Und der Menschen das Bild auch zeigen. Als wir dann auf der Straße waren gingen die Kids richtig auf. Ich habe in der ganzen Stunde ein einziges Bild gemacht, einfach weil ich so fasziniert davon war, mit welcher Freude sie ihre Bilder machten. Das war der Moment, wo ich mir dachte: Best idea ever. Diese Kinder, die in einer Umgebung geboren sind, die sich viele von uns gar nicht vorstellen können, waren so happy und schienen das ganze Leid, dass es für mein europäisches Auge dort gibt, vergessen zu haben. Und das steckte an. Ich lief wie auf Droge der kleinen Horde hinterher und die Menschen, die bereitwillig in ihre Linsen lachten, schienen plötzlich sehr positiv berührt. Es war ein Fest für die Sinne. Später beim auswerten der Bilder, viel mir noch etwas anderes, bewundernswertes auf. Sie waren durch die Bank weg ….positiv. Lachende Menschen, Blumen, Tiere, lustige Figuren, bunte Bilder… Die Kinder haben mir durch ihre Bilder ihre Seele gezeigt und das lies mich erneut schlucken. Und einige der Bilder waren sogar sehr gut. Neben den Blumen und Tieren waren auch echte Streetaufnahmen darunter, die man direkt verwenden konnte. Das zeigt: ist man mit Liebe und Spaß dabei, klappt auch das, was man tut.

Dankbar…

… das bin ich für diese Erfahrung. Auch wenn mir ein Dankeschön nach dem anderen entgegenflog, bin ich derjenige, der sich vor den Verantwortlichen des Mercy und vor den Kindern tief verneigt. Denn ich habe mehr mit nach Hause genommen, als man verarbeiten kann. Auch wenn diese Erfahrung für mich einen bitteren Beigeschmack hat. Denn ich bin scheinbar nicht nur bei den Kids gut angekommen. Sie haben auch einen Platz bei mir gefunden. Ich habe mich geöffnet und nehme nicht nur wundervolle, sondern auch schmerzhafte Erinnerungen und Gedanken mit nach Hause. Jedoch werde ich hieraus Kraft und Energie schöpfen und das Mercy nicht vergessen. Denn neben diesem Tag hatte ich noch ein sehr Interessantes Gespräch mit einer ehemaligen Bewohnerin des Mercy, die ich bereits beim ersten Besuch im letzten Jahr kennen lernen durfte. Man traf sich zum essen und aus einem Abend mit netten Gesprächen und einigen spaßigen Übersetzungsschwierigkeiten, sprachen wir auch über ihren Lifestyle. Und diese Infos waren für mich nicht greifbar. Dazu mehr in meinem nächsten Post

Danke auch an meinen Bro, der mit mir durch die Gassen wandert und in diesem Fall auch tolle Erinnerungen festgehalten hat.

Fotografieren, aber warum?

Warum?!

Ich sitze gerade vor einem Hörsaal der Uni Bremen und warte auf meine Frau, die dort eine Klausur schreibt. Eigentlich wollte ich selbst an meiner Bachelorarbeit feilen, aber leider fehlt mir hierzu der letzte Arbeitsstand und ich muss das ganze auf zu Hause verschieben.

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Was mir bleibt ist mein Laptop, der kein Netz hat, mein Handy und drei Blatt Papier, die ich für Notizen verwendet hätte. Was kann ich also tun. Ich habe ein paar Bilder mit, die ich bearbeiten könnte. Da ich da aber generell nicht so viel Zeit reinstecke, füllt das meinen verbleibenden Zeitrahmen nur bedingt. Somit sitze ich jetzt hier auf dem Flur vor einem Hörsaal auf dem großen Campus und überlege, was ich jetzt mit meiner Zeit Schönes anfangen soll.

Ach ja. Ich habe ja noch einen Blog und hier ist auch mal wieder ein ausführlicher Artikel fällig. Oder zwei? Oder drei? Na dann bereite ich die mal vor und ihr bekommt demnächst ordentlich Lesestoff.

Es gibt eine Frage, die wir uns nur zu oft stellen. Bei jeglicher Betätigung, bei jeder Art von Geschehnissen und in sonstigen Lebenslagen. Warum? Da braucht man nicht mal einen Satz draus machen. Die Frage „Warum?“ passt eigentlich in jede Situation. Lebt man im Buddhistischen eher nach der Devise, das Warum aus seinem Leben zu verbannen, einfach weil es so ist, gewinnt die Frage in unserer Gesellschaft immer mehr an Beliebtheit. Wir sind ständig dabei uns zu verbessern, alles zu hinterfragen und fragen uns auch nur allzu gern, warum das gerade ausgerechnet mir passiert. Das kleine Wort „Warum“ ist für uns zu einem ständigen Begleiter geworden. Und es ist auch der Grund, weshalb (da wäre es fast wieder aufgetreten, wie gut, dass es Synonyme gibt) wir uns Stück für Stück kaputt machen und uns wie Maschinen benehmen. Denn obwohl wir nach der Perfektion streben, sind wir nicht dafür geschaffen. Eigentlich wollen wir doch alle nur in Ruhe aufwachsen, das eine oder andere erleben, das machen, was uns Spaß macht und dann in Frieden in die Kiste springen. Alles mit der Gewissheit, dass man es sich genau so vorgestellt hat und das man, sollte man eine zweite Chance bekommen, es genau so wieder machen würde. Leider ist unsere Gesellschaft da anderer Meinung und das genau ist auch der Grund des ständigen Hinterfragens. Für die Gesellschaft ist es der Antrieb. Für uns pures Gift.

Der Mensch und was er sich auflastet

Natürlich bin ich auch nur ein Mensch. Und ich frage mich, warum ich das nun gerade gemacht habe. Oder warum ich diesen Blogeintrag schreibe. Ich bin natürlich auch ein Mitläufer der heutigen Gesellschaft. Das lässt sich allein schon dadurch bestätigen, dass ich täglich 200km zur Arbeit fahre, obwohl ich auch beim Bäcker nebenan kleine Brötchen backen könnte. Oder, dass ich mir neben meiner Arbeit, neben der Fotografie, neben meiner Beziehung und bald neben der Erziehung meines Kindes, nun auch noch ein Studium aufbürden muss. Alles sehr weise Worte, die dort oben stehen. Aber warum lebe ich, als Verfasser dieser Worte, nicht den für mich angenehmeren Weg. Lifestyle, Luxus, Gesellschaft. Das sind wohl mit die größten Punkte, die mir das unmöglich machen.

Jedoch habe ich für mich erkannt, dass der Weg, den ich momentan gehe nicht der gesündeste ist. Wegweisend für diese Erkenntnis sind meine regen Kontakte in den asiatischen Raum. Sicher, Asien expandiert derzeit richtig und wenn sie es nicht jetzt schon sind, werden sie die neuen Wirtschaftsmächte sein, die auf kurz oder lang das Ruder in der Hand halten. Wenn man sich jetzt aber mal etwas mit der Kultur der dort lebenden Menschen beschäftigt, ich selbst habe dies in meinen vielfachen Besuchen in Thailand getan, geht einem so langsam ein Licht auf. Ihr fragt euch sicher.. sollte hier nicht langsam mal was von Fotografie stehen…. Wir kommen gleich zum Kern der Sache. Versprochen 😉

Diese Menschen verfolgen nicht nur das Ziel die Wirtschaft regelrecht explodieren zu lassen. Sie verfolgen auch das Ziel der Erleuchtung. Das ist für uns Laien quasi die krasseste Form der Selbstzufriedenheit. (Für die Buddhismuskenner: Ja, da gehört noch sehr viel mehr zu, aber so ist es in einem Satz sehr schnell zusammengefasst).

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Als ich mit der Fotografie angefangen habe, war ich gerade in einem Loch. Ich war früher, in der Schule, schon derart gesteuert, dass mir kreative und emotionale Fächer mehr Spaß machten, als z.B. die Geschichte, die Politik oder Sprachen. Und so war es auch kein Wunder, dass ich schon vor der Fotografie, kreative Medien nutzte, um mich auszudrücken. Sei es die Musik, Handwerken oder Malen. Letzteres war für mich ein besonderes Vergnügen, bis dieses Vergnügen, zu Zeiten meiner Ausbildung (technischer Art), zur Last wurde. Und genau diese Erfahrung ist ein wichtiger Punkt, der meinen eingeschlagenen Weg in der Fotografie besonders prägt. Dazu aber später… Denn es meldeten sich immer mehr Leute, die eines meiner Bilder haben wollten. Und so malte ich mehr und bekam ein kleines Taschengeld für meine Bilder. Und hier wurde mein Vergnügen fortan zur Last. Und genau das ist auch der Grund, warum ich irgendwann die letzte Leinwand bemalte und den Pinsel niederlegte.

Aber nun gut. Ich befand mich also in einem Loch und hatte außer der Arbeit, die mich zu dem Zeitpunkt in meine zweite Magenschleimhautentzündung drängte, nur die üblichen sozialen Ausgleichsventile, die man so in meinem Alter hatte. Und so wurde mein Drang mich kreativ auszudrücken immer stärker. Ich wollte es quasi hinausschreien. Meine Frau, bzw. damals noch meine Freundin, war zu der Zeit bereits als Model aktiv und dadurch bekam ich auch mal einen kleinen Eindruck, was das so mit sich bringt. Meine Neugier war also angefüttert und ich kaufte mir erst mal etwas zum Rumprobieren, eine Canon EOS 400D. Ich hatte zwar zuvor bereits mit einer Analogen schon Fotos gemacht aber eher als Urlaubsknipse und nicht für bewusst gestaltete Bilder.

Natürlich war ich zu Beginn meiner fotografischen Laufbahn nicht wirklich gefragt. Und so musste meine Frau herhalten und natürlich auch einige Leute aus meinem Freundeskreis. So entwickelte sich langsam der kleine Funke zu einem Flächenbrand. Ich packte mir die Wochen voll mit Shootings, traf mich mit Leuten aus der Szene und mietete mich in einer Studiogemeinschaft ein. Irgendwann kamen Aufträge, ein Gewerbe und Hochzeiten hinzu. Mein Auslöser glühte und ich hatte mir natürlich auch bereits neues Equipment besorgt.

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So langsam merkt sicher auch der Leser dieses Textes.. Moment da waren wir schon ein Mal beim Malen. Genau so sieht es aus.

Und genau hier schließe ich den großen Bogen, den ich mit Beginn dieses Textes geschlagen habe, und mache ihn damit zum Kreis.

Ich war also in einem Hoch und hatte Bock auf alles was sich anbot. Jedoch merkte ich auch so langsam, dass die Termine Stress erzeugten. 2014 war für mich ein besonderes Jahr, in dem ich vieles mit mir persönlich ausgemacht habe und in dem es für mich Zeit war, das Warum zu erfragen. Jedoch nicht, um mir den nächsten Meilenstein zu setzen, sondern um meinen Weg zu finden, der mich persönlich ausfüllt. Ich war im Frühjahr wieder mal in Bangkok und hatte mir mit meinem Bro einen schönen Trip zusammengeplant, bei dem wir das pure Thai-leben einatmeten und ein paar Erlebnisse hatten, die uns aufzeigten, dass unsere Art zu leben zwar die augenscheinlich fortschrittlichere ist, aber diese uns auch das Leben zur Pflichtveranstaltung werden lässt. Auf einer langen Zugfahrt kam durch die neusten Ereignisse also mal das Wort „Warum“ zum Tragen und ich legte auch die Fotografie auf den Prüfstand. Das Ergebnis war eine krasse Reduzierung meines Portfolios und die Abschaffung der gewerblichen Tätigkeit. Und das war das BESTE was ich machen konnte!

Warum ich Fotografiere

Die Fotografie ist für mich das Ventil, das ich brauche, um in meiner Gesellschaft zwar halbwegs erfolgreich durchs Leben zu schreiten, aber zusätzlich eine Welt zu haben, in der ich abtauchen kann. Es gibt wohl zwei Arten von Menschen in der Fotografie. Die einen, die sie als Beruf ausüben und die anderen, die es als eine Berufung ansehen. Und ich gehöre definitiv zur zweiten Gattung. Viele, die von meiner Entscheidung gehört haben, haben mich gefragt, warum ich da so radikal umschalte. Schließlich verdient man als gebuchter Hochzeitsfotograf ordentlich Geld. Dem stelle ich erst mal nichts entgegen. Wenn man jedes Wochenende zwei Hochzeiten hat, ist das schon eine ordentliche Summe, von der man vernünftig leben kann. Aber die Fotografie ist halt nicht mein Beruf. Einen kleinen Einblick, wie ich die Fotografie sehe, gewinnt man bereits in meiner Ausführung zu meiner Beschreibung eines Portraits. Fotografie ist für mich Leidenschaft, sie ist für mich eine Sprache und sie ist für mich Kunst. Ich fotografiere, weil ich, wenn ich durch den Sucher schaue, Sachen sehe, die sonst nicht da sind. Sei es nun bei der Reportage oder im Beauty/Fashionbereich. Ich liebe es Bilder im Kopf zu entwerfen und dann so zu gestalten, dass sie Wirklichkeit werden. Ich liebe es endlich „sehen“ zu können. Zuvor lief ich blind durch die Gegend. Jetzt habe ich das Auge für Dinge, die mich zuvor nicht tangiert haben. Ich bin begeistert von der Zusammenarbeit mit anderen kreativen Köpfen und gehe darin auf mit Licht und Schatten zu malen. Darum fotografiere ich. Einfach weil es so ist! Weil die Kamera mein Begleiter ist, der mir keine Zwänge vermittelt, sondern eine Welt offenbart, in der ich mal für wenige Stunden abtauchen kann, um das zu tun, was ich liebe. Ich bin dann für den Moment „frei“.

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Warum fotografiere ich das, was ich fotografiere?

Und ich bin froh, dass ich es dieses Mal früh genug gemerkt habe, dass sich der Giftstachel der Gesellschaft schon in diesen Teil meines Lebens begeben hat, so dass es nicht mehr lange gedauert hätte, bis ich die Kamera neben den Pinsel gelegt hätte. Nein, ich mache keine Auftragsarbeiten mehr, nein ich fotografiere keine Hochzeiten und ich schlage nicht mehr bei jedem TFP zu, um statt Klasse, Masse zu generieren. Ich verwendete eine Technik der heutigen Gesellschaft zur Optimierung meines Lebens. Jedoch nicht um den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden, sondern um die Qualität meines Lebens für mich zu bestimmen. Um den Weg zu finden, den ich vertrete und der „Mein“ Weg ist. Und das ist der Grund warum ich das fotografiere, was ihr hier seht. Mein Weg, meine Sprache, meine Leidenschaft.

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In diesem Sinne, euch noch einen schönen Sonntag.

Necklace #2

Nach einer kurzen Pause melde ich mich zurück und präsentiere euch ein neues Bild aus der Necklace-Serie. Das Model auf diesem Bild ist die wundervolle Roxana. Privat eine ganz Liebe, dreht sie vor der Kamera richtig auf. Ich konnte sie letztes Jahr für ein tolles Shooting begeistern und natürlich durfte auch ein Kettenbild nicht fehlen. Nachdem wir eine Portraitserie gerockt haben, suchte sie sich also eine Kette aus und los ging es. Roxana ist ein kleines Posingmonster und so glühte mein Sensor schon nach wenigen Minuten und wir hatten dieses Bild im Kasten. Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ihr Bilder von Ihr auf dieser Seite sehen werdet. Denn auch bei den Portraits hat sie wunderbar abgeliefert und mit Sicherheit geht da in der Zukunft auch nochmal was.

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Ich freue mich schon auf meinen Besuch in Bangkok, wo ich dann neue Exemplare kaufen werde, denn so langsam geht mein Vorat zur Neige. In China-Town kann man dort, gerade solche Sachen, wunderbar einkaufen. Man wird zwar als Mann, der sich durch die Schmuckgeschäfte wühlt, etwas komisch angeschaut. Aber das ist es wert

Meine Fotosaison ist eröffnet

Heute war es dann endlich soweit. Wo ich bisher dieses Jahr sehr verhalten am Auslöser war, kann jetzt wieder ordentlich losgelegt werden. Warum? Naja, ich arbeite zu 99,9% mit natürlichem Licht. Und da ich nebenbei noch andere Punkte auf meiner 2Do-Liste habe, kommt das Shooten in den Wintermonaten immer etwas zu kurz. Da bin ich dann immer Dankbar für Fashionshooting on Locaßtion 😀

Nun gut.. was war nun heute in meinem Fotoloft so los? Die Daria war da! Sie hat sich schon vor langer Zeit gemeldet, aber bisher hatten wir keinen Termin gefunden. Also stand sie auf meiner Liste erstmal ganz oben. Und heute hatten wir nun beide Zeit und das Wetter applaudierte uns.

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Wir legten also los und nutzten die Sonne so gut es ging. Teils mussten wir sogar ordentlich reduzieren, damit die Arme nicht blind wird. Mann 20° und keine Wolke am Himmel. Traumhaft! Eben so traumhaft sind auch die Ergebnisse, die ich aus Daria rauskitzeln konnte. Wir haben im Portraitbereich gearbeitet und wie gewohnt den gewissen Hauch Erotik mit reingebracht. Nach ein paar Sets und jeder Menge guter Laune waren die Bilder dann im Kasten und ich konnte es nicht abwarten und habe bereits eines für euch flott gemacht. Ich finde die Ergebnisse können sich sehen lassen. Was meint ihr?

Daria

 

 

Portraitfotografie

Was macht für „mich“ ein gutes Portrait aus. Wikipedia beschreibt den Begriff als ein Abbild einer oder mehrerer Personen (kurz umrissen). Aus einer Diskussion bei Facebook in einer Gruppe, die Portraits zu ihrem Hauptthema macht, kamen dann viele verschiedene Meinungen. Daher möchte ich den Begriff hier nochmal auffassen.

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Fangen wir an, warum wir denn ein Foto von einer Person machen wollen. Und dazu zählen nicht nur Bilder die das Gesicht zeigen. Ein Portrait geht für mich vom Scheitel zur Sohle. Aber nun zum Warum. Da gibt es persönliche Gründe wie die Tatsache, dass das Model ein schönes Bild von sich will, oder der Fotograf seine Mappe erweitern möchte. Natürlich wollen beide den Betrachter an das Bild binden. Handelt es sich um ein kommerzielles Portrait verschieben sich die Prioritäten. Schärfe, Ausleuchtung, Bearbeitung… Usw. Spielen hier eine große Rolle. Doch eines steht hier ebenfalls ganz oben.. Begeisterung.
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Das Portrait soll begeistern. Es soll die Beteiligten und auch den Betrachter anziehen und es soll gefallen. Neben ein paar Spielereien wie das arbeiten mit Schärfeverläufen und Hintergründen fällt hier ein Punkt sehr stark ins Gewicht. Die Person. Ich Porträtiere sie um sie widerzuspiegeln. Das Bild braucht Tiefgang. Es braucht Persönlichkeit. Es braucht Liebe. Heutzutage… Nein eigentlich schon immer hat uns das Leben anderer begeistert. Auch ein Grund warum Trash Tv so lange Bestand hat. Das ist mein Ziel bei jedem Portrait. Nein kein Trash. Sondern die persönliche Seite eines Models hervorzukitzeln. Man kann jetzt darüber streiten warum dann so viel Haut nötig ist. Es ist ein wirksames Mittel um diesen persönlichen Ausdruck zu unterstreichen. Man bekommt besondere Einblicke in ein Leben und vor allem zeigt es auch ein bisschen die Seite eines Menschen, die wir heutzutage alle verbergen. Verletzlichkeit. Was ist also ein Portrait für mich. Ich will es pure, ich will es tief, ich will es zart und ich will es mit Charakter. Das sind meine Portraits.
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Outdoor rockt!

Ich liebe es outdoor zu arbeiten. Daher freue ich mich, dass es so langsam wieder wärmer wird. Auch dieses Jahr werde ich wieder mit Modellen unterwegs sein und mit Ihnen eine Komposition aus Landschaft, Licht, Schatten und Mensch schaffen. Ich habe hierbei ein besonderes Augenmerk auf die Bildtiefe geworfen. Ein Model vor eine Wand zu fotografieren kann zwar auch sehr sehr gut aussehen, für mich ist es jedoch wichtig möglichst viel Weite einzufangen. Daher arbeite ich bei Indoorportraits auch mit Offenblende. Das Mag den Betrachter zuerst zu überfordern, einfach weil das Bild mehr Geschichte erzählt als : Mensch und Wand. Es läd jedoch zum Betrachten, zum Suchen ein. Sehr spannend finde ich auch das Zusammenspiel aus Licht und Schatten. Ich bin auch im Studio kein Freund von gleichmäßig ausgeleuchteten Bildern. Ein Bild muss für mich Ecken und Kanten haben. Eben genau so, wie auch die Menschen, die ich fotografiere. Klar lege ich Wert auf hübsche und geübte Modelle aber sie müssen etwas mitbringen, das sie interessant macht. Und so suche ich mir ein Model und stapfe mit ihr durch die Gegend um dann Arbeiten wie diese zu schaffen.

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